Vertriebsmöglichkeiten im Kunsthandwerk

Für den „normalen“ Kunsthandwerker ist es sehr schwierig, seine Produkte zu vermarkten. Einzigartigkeit auf einem gewissen Gebiet ist hierbei ebenso unbedingte Voraussetzung, wie die absolute Professionalität seines Schaffens. In der ersten Instanz führt es ihn oder sie auf Kunst- oder Kunsthandwerkermärkte. Hier kann der künstlerisch begabte Handwerker seine Produkte präsentieren und durch die kundennahe Arbeit am Objekt seine Meisterschaft beweisen. Dieses gegenseitige Kennenlernen hilft beiden Seiten. Der Kunsthandwerker kann sich profilieren und vielleicht seinen Kundenstamm ausbauen – die Kunden können dessen Arbeiten vor Ort kennenlernen und sich direkt die Kunst aus altem und neuem Handwerk vorführen lassen. Überzeugt der Künstler, so ist durch die folgende „Mund-zu-Mund-Propaganda“ ein wichtiger Schritt getan. Diese Art von Märkten sollte und darf aber auch wirklich nur als erster Schritt gesehen werden. Viel zu oft nutzen die Veranstalter die Unwissenheit aus und helfen durch überzogene Standgelder dem allzu Leichtgläubigen nicht weiter. Hohe Benzinpreise und Übernachtungskosten, Fahrzeug- und Anhängermieten bewirken beim letztendlichen Abzug vom Gewinn leider nichts als Frustration. Des Weiteren sollte auch die Wetterabhängigkeit nicht unterschätzt werden. Ist es zu nass, bleibt die Kundschaft zu Hause, ist es zu heiß, liegt sie im Schwimmbad. Da diese Bedürfnisse nur allzu oft menschlich sind, sollte der Kunsthandwerker auch diese Verkaufsblocker unbedingt mit einkalkulieren.

Als zweiter Schritt in die Unabhängigkeit gilt heutzutage das Internet. Diese moderne Vertriebsmöglichkeit ist allerdings für diesen Bereich noch so gut wie unerschlossen. Für die überregionale Verkaufsstrategie unverzichtbar, wird die eigene Internetseite aber auch leicht zur Kostenfalle. Das ist eigentlich leicht verständlich, wenn man bedenkt, dass die meisten Kunsthandwerker zwar ihr Handwerk beherrschen, allerdings demgegenüber nur unzureichende Kenntnisse im Computerbereich vorweisen können.

Ein Zusammenschluss Gleichgesinnter oder der Anschluss an bestehende Interessengemeinschaften oder Portale gilt hierbei als die beste Lösung, will man den meist kleinen Geldbeutel nicht unnötig belasten.

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