Herstellungsvarianten von Spielfiguren

Beim Ansehen einer kleinen Spielfigur kann man oft nicht einschätzen, welch langer Weg von der ursprünglichen Idee zu einem neuen Spiel bis hin zum käuflich erwerbbaren Gesellschaftsspiel zu begehen ist.

Viele Hersteller von Spielfiguren kooperieren mit kreativen Köpfen aus der Kunst, die zunächst am Zeichenbrett oder auch am Computer Entwürfe ausfertigen. Schon in der Entwurfsphase müssen die produktionstechnischen Möglichkeiten Berücksichtigung finden, da die Fertigung natürlich in Serie und möglichst kostengünstig abgearbeitet werden soll.

Je nach der Art der künftigen Spielfigur gibt es verschiedene Varianten für deren Herstellung. Spielfiguren für Brettspiele werden zumeist rotationssymmetrisch und in Holz ausgeführt – das hat den Vorteil, dass die Spielfigur aus allen Blickwinkeln und von allen Mitspielern identisch aussieht. Der viel wichtigere Aspekt ist aber, dass solche Figuren in kleinen und großen Serien auf einem Drechselautomaten maschinell hergestellt werden können und somit extrem günstig sind. Nach der Fertigung ist es möglich, diesen Figuren durch Einfärben in der Trommel individuelle Farben – je nach Anzahl der gewünschten Mitspieler – zu geben.

Die nächste Stufe ist das Montieren detailreicherer Figuren aus vielen einzelnen ebenfalls rotationssymmetrischen Elementen. Die Fertigung der Einzelteile ist sehr günstig, der Hauptteil von den anfallenden Kosten wird durch das handwerkliche Zusammensetzen der einzelnen Teile anfallen. Grade im erzgebirgischen Raum haben sich viele Hersteller von Spielfiguren auf solche gedrechselten zusammengesetzten Miniaturen spezialisiert.

Für die Fertigung von aufwendigen Spielfiguren ist es nötig, einen Prototypen in handwerklicher Fertigung zu bauen. Dieses Einzelstück wird entweder aus Holz oder Gips geschnitzt oder aus einem plastischen Material modelliert. Einzelheiten, wie Gesichtszüge und Extremitäten sind dabei kein Problem und werden durch den Bildhauer integriert.

Nach der Fertigstellung des Musterstückes können eine oder gleich mehrere Formen angefertigt werden, die dann im Spritzgussverfahren maschinell mit einer genau berechneten Materialmenge gefüllt werden und nach dem Aushärten ohne Qualitätsverluste so aussehen, wie der Prototyp. Nach dem Hartwerden können diese Figuren entweder auch im Trommelverfahren eingefärbt oder von Hand bemalt werden. Viele Hersteller entscheiden sich bei großen Serien für diese etwas aufwändigere Variante.

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