Fliesen in Herstellung

Fliesen sind künstlich hergestellte Platten aus Keramik unterschiedlicher Größen, die hauptsächlich als Wandverkleidung und Bodenbelag verwendet werden.

Die Anfänge der Keramik wurden schon vor Millionen von Jahren gelegt, indem Ton aus Verwitterungsprodukten entstand. Seine Zusammensetzung, die Aufbereitung und das Brennen bestimmen die Farbe des Scherbens vor dem Glasieren.

Vor über 10.000 Jahren entstanden die ersten Gefäße aus gebranntem Ton im Nil-Delta – also liegen dort die Wurzeln der keramischen Behältnisse.

Im europäischen Raum wurden als erstes Gebrauchskeramiken aus rotem Ton und Dachziegel aus demselben Material hergestellt.

Erst viel später wurden Fliesen als dekorativer Wandbelag hergestellt. Die Handelswege der Italiener, Spanier und Holländer verbreiteten die Keramik in Europa.

Mit dem Siegeszug der Fliesen in Europa, erblühten viele Handwerksbetriebe in den Niederlanden, deren heute noch bekannten Motive von blauen Blumen auf weißem Untergrund so begehrt waren, dass sie schon im Mittelalter bis nach Portugal exportiert wurden.

Im Zuge der Industrialisierung und dem langsamen Niedergang der handwerklichen Betriebe, wurde auch das Handwerk der Fliesenmaler immer mehr zurückgedrängt. Riesige Fabriken zur Herstellung von günstigen Wand- und Bodenfliesen entstanden, die Motive wurden in Serie auf die Fliesen gedruckt – dafür wurden immer neue Verfahren entwickelt und geschützt. Auch das Brennen wurde durch große automatische Brennkammern immer weiter perfektioniert.

In der heutigen Zeit erleben einige Fliesenmaler, die es geschafft haben, ihr Handwerk zu bewahren eine Renaissance. So geht der Trend immer mehr weg von industrieller Massenfertigung hin zum individuellen Einzelstück

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