Fast die Hälfte der Hand- und Fußbrüche bleibt unerkannt
Nach der langen Winterpause locken die wärmenden Sonnenstrahlen viele Sportbegeisterte nach draußen. Sie erkunden mit ihren Mountainbikes, Inline-Skates oder Skateboards die Umgebung und genießen beim Laufen und Fußballspielen die Bewegung in freier Natur. Doch oft passieren im ersten Übereifer Missgeschicke: Der Sportler knickt mit dem Fuß um, stürzt beim Inline-Skaten oder mit dem Rad.
Oft übersehen: die „kleinen“ Brüche
Viele der dabei entstehenden akuten Sportverletzungen sind sofort zu sehen oder schmerzen so stark, dass der Betroffene rasch zum Arzt geht. Anders sieht es dagegen bei Brüchen der Handwurzel oder der Fußknochen aus. Gerade diese Brüche sind für den Laien nicht ohne weiteres zu erkennen – schließlich verschwinden die Schmerzen bald nach dem Sturz wieder. Die Knochenverletzung aber bleibt. Nach Monaten erst treten Beschwerden auf, die dann schwer zu kurieren sind. Schlimmstenfalls sind die Schäden irreparabel, so dass Berufsgruppen wie Handwerkern eine dauerhafte Berufsunfähigkeit droht. Bei einem falsch versorgten Kahnbeinbruch etwa kann sich das Handgelenk versteifen oder der Knochen absterben (das Kahnbein ist der größte Handwurzelknochen).
Nach Sportverletzungen unbedingt zum Arzt
Nach Schätzungen von Experten wird etwa die Hälfte aller Knochenbrüche übersehen oder erst viel zu spät behandelt, weil viele Betroffene nicht zum Arzt gehen. Orthopäden empfehlen Sportlern daher, sich nach jedem Sturz untersuchen zu lassen. Der Arzt befühlt die betroffene Stelle, röntgt sie oder setzt andere bildgebende Verfahren ein wie Computertomographie oder Kernspintomographie. So erkennt er rasch, ob Hand oder Fuß nur geprellt oder gebrochen ist, und behandelt die Verletzung entsprechend.
Einfacher als eine Sportverletzung zu heilen ist jedoch, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.
Sportler sollten daher bei Trendsportarten wie Rollerski, Inline-Skates und Skateboard ihre Ellenbogen, Knie und Schienbeine mit Protektoren präventiv vor Sportverletzungen schützen und beim Mountainbike fahren stets Helm und gepolsterte Handschuhe tragen. Dann steht dem sommerlichen Freizeitsport nichts mehr im Weg.