Im Sommer 2006 herrschte Ausnahmezustand in Deutschland, und wir erinnern uns noch alle gut daran. Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgte für vier Wochen Freudentaumel und Partystimmung. Es wurde gefeiert, mitgefiebert und gebangt. Dieses ganz besondere Sommermärchen konnte niemand ignorieren – was zu guter Letzt sicherlich auch daran lag, dass fast jedes Auto und unzählige Häuser mit mindestens einer Fahne geschmückt waren. Schwarz-Rot-Gold wehte in allen Formen und Größen durch die Luft – ob als Wimpel, Fahne, Blütenkette oder als Schal.
Die Fahnen jedoch waren besonders begehrt und schmückten das ganze Land. Viele Menschen, die noch keinen Fahnenmast im Vorgarten stehen hatten, entschlossen sich sogar ganz spontan dazu, extra für dieses Großereignis mit internationaler Bedeutung einen zu errichten. Nach rund vier Wochen war die WM dann schließlich zu Ende, Deutschland war als Drittplatzierter der viel umjubelte „Weltmeister der Herzen“, und auch die Fahnen hatten einen völlig neuen Stellenwert erreicht – sie war als Ausdruck der Freude und der Begeisterung wiederentdeckt worden.
Noch viele Wochen nach dem Endspiel zierten viele Fahnen Autos und Häuser – und darunter nicht nur die deutsche Fahne, Flaggen aus aller Welt wehten von Balkonen und aus Fenstern. Die Begeisterung der Fußball-WM hatte sich auf den Alltag übertragen, die Menschen bekannten sich nun mit großem Spaß zu ihrem Lieblings-Sportverein, Formel 1-Team oder auch zu dem von ihnen bevorzugten Urlaubsland. Fahnenmasten sind spätestens seitdem in vielen Vorgärten oder auf Campingplätzen zu finden. Wem eine Fahne nicht ausreicht, der kann auch gleich zwei oder sogar drei an dem Mast befestigen und diese bei Bedarf auch immer austauschen. So wird zum Schützenfest die Fahne des Schützenvereins gehisst, am Sonntag zum Formel 1 Rennen weht die Fahne des favorisierten Rennstalls im Wind.