Einsamkeit in ihrer schlimmsten Form

Allein sein kann ganz schön sein. Viele Menschen ziehen das Alleinsein festen Beziehungen sogar vor. Ob es um die Angst vor Verantwortung und Anpassung geht, oder einfach nur so ist, bleibt erst einmal offen. Anders sieht es aus, wenn jemand eine unfreiwillige Beziehungslosigkeit erleben muss. Gründe gibt es dazu so viele, wie es Menschen gibt. Die äußere Erscheinung entspricht durch Missbildungen, Über- oder Untergewicht, Narben und Körpergröße nicht dem Idealbild. Selbstverschuldet kann es sein, wenn man sich in der Öffentlichkeit nicht zu benehmen weiß und ständig peinlich auffällt. Die zuvor genannten Ursachen sind allerdings diejenigen, die einen Menschen so einsam machen, dass er zuerst an der Seele und später auch körperlich erkrankt. Schlimmstenfalls endet ein solches Martyrium in Sucht oder Selbstmord. Das schlimme ist der Teufelskreis, in den Menschen fallen können. Ohne Beziehung keine Selbstbestätigung, dadurch fehlt Selbstvertrauen und – Bewusstsein, was wiederum zur Folge hat, dass man nicht unter Menschen geht. Man lernt niemanden kennen, bleibt allein, ungeliebt und sehr unglücklich. Der Kreis beginnt von Neuem. Solange es Menschen gibt, gibt es diese Erscheinung der Ausgrenzung, Bewertung und Einsamkeit. Es scheint so, als seien Blinde die einzigen Menschen, die andere Menschen nehmen, wie sie sind. Sie können durch die äußere Erscheinung nicht beeinflusst werden und lernen ihre Gegenüber deshalb ohne Vorbehalte wie kleiner Busen, Bauch, Narben, zu dick, zu dünn usw. kennen. Schade, dass man selbst, als Sehender, nicht genauso empfinden kann.

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